Welche Anforderungen hat eine Siebdruckvorlage?

Eine Siebdruckvorlage, also ein Entwurf oder die Idee zum erstellen der Druckform, kann aus den unterschiedlichsten grafischen Elementen wie Linien, Fotografien, Schrift oder Flächen arrangiert werden. Dabei ist grundsätzlich die Größe und Art der Motivteile zu beachten. Die für die fotografische Schablone erforderliche Siebdruckkopiervorlage muss dafür noch speziellere Anforderungen erfüllen.

Das Auflösungsvermögen einer Siebdruckschablone ist begrenzt. Schablonen mit feinen Details in den Motiven sind schwierig herzustellen und verursachen im Druck Probleme durch Eintrocknen der Druckfarbe oder können schlicht nicht gedruckt werden.

Volle Flächen eignen sich gut für den mit gleichmäßiger Farbdeckung, leuchtkräftigen Farben und guter Konturenschärfe arbeitenden Siebdruck. Jedoch besonders Linien und Schriften können nur ab bestimmten Größen sauber und über eine gewisse Auflage hinweg mit gleichbleibender Qualität gedruckt werden. Für nicht professionelle, handwerkliche oder künstlerische Druckvorhaben empfiehlt es sich, auch bei Verwendung eines feinen Gewebes die Schriftgröße nicht unter 12 Pt (DTP-Punkt, 1 Pt = 0,352 mm, 12 Pt ≈ 4 mm) und Linien nicht unter 2 Pt (≈ 0,7 mm) zu erstellen. Industriell liegen die Grenzwerte bei ca. 6 – 4 Pt für Schriften und 0,5 Pt für Linien, wobei die tatsächliche Schriftgröße je nach Schriftart abweicht.

Für die Siebdruckvorlage eignen sich ebenso Strichzeichnungen, deren Vorteil es ist, dass keine Tonwertabstufungen (Halbtöne) existieren. Auch mehrfarbige Strichzeichnungen enthalten, innerhalb der Zeichnungsfarben, nur Volltöne. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Strichzeichnung klare geometrische Linien und Schraffuren enthält, oder ob sie in »Kreidemanier« gezeichnet ist.

Fotografien bzw. Halbtonvorlagen enthalten, im Gegensatz zu den Volltönen einer Strichzeichnung, Tonwertabstufungen. Bspw. sind in einem Graustufenbild neben den Volltönen Weiß und Schwarz zahlreiche Grautöne, sogenannte Halbtönevorhanden.

Fotografien bzw. Halbtonvorlagen können im Siebdruck, so wie in den meisten anderen Druckverfahren, nicht ohne zusätzliche Aufbereitung und nur mit einer fotografischen Schablone gedruckt werden.

Zu den Halbtonvorlagen zählen Farbverläufe und ein- oder mehrfarbige fotografische Vorlagen oder Grafiken. Ausgenommen hiervon ist der drucktechnisch umgesetzte Farbverlauf im Irisdruck, bei dem verschiedene Druckfarben ineinander verlaufen.

Die verschiedenen Grundelemente lassen sich in einem Entwurf frei miteinander kombinieren. So können Schriften mit Farbflächen verbunden oder in Halbtonvorlagen eingesetzt werden. Mehrere lasierende (durchscheinende) Farben können sich gegenseitig überlappen und zu neuen Farben mischen. Oder auf farbigem Bedruckstoff kann z. B. eine Fläche Weiß unterdruckt werden, um trotzdem ein Graustufenbild in klassischer Erscheinung mit Tiefen und Lichter zu drucken. Der Kreativität sind nur wenige Grenzen gesetzt.

Jede Druckfarbe braucht eine separate Druckform. Mehrfarbige Motive müssen in die Druckfarben separiert werden. Sie benötigen einzelne Farbauszüge und dann damit auch einzelne Siebdruckvorlagen.

Bedruckstoff

Für die Vorlage ist zu berücksichtigen, auf welchem Material gedruckt werden soll. Textilien benötigen einen höheren Farbauftrag und gröbere Gewebe, glatte Bedruckstoffe nehmen weniger Farbe auf und sollten in den meisten Fällen mit feineren Geweben bedruckt werden, die auch etwas feinere Motive ermöglichen. Besonders Bedruckstoffe mit einer starken Struktur (z. B. grobes Leinen) können bspw. feine Linien nur unzureichend darstellen.

Schablonenherstellungstechnik

Je nach Art der Motivideen, vorhandenen Vorlagen und persönlichen Vorlieben, kann die Vorgehensweise zur Herstellung der Druckform gewählt werden. Die heute am weitesten verbreitete Technik der Schablonenherstellung ist die der fotografischen Schablone. In der Herstellung und Vorbereitung am aufwendigsten lässt diese Technik, solange einige Details berücksichtigt werden, fast alle erdenklichen Motivideen in der Umsetzung zu. Für den Herstellungsprozess ist eine Kopiervorlage notwendig, die das zu druckende Motiv in lichtdichtem Schwarz auf einem transparenten Material trägt.

Eine Kopiervorlage ist ein transparenter Film, auf dem das Bildmotiv lichtundurchlässig abgebildet ist. Der Film darf nur transparente und schwarze Bildstellen aufweisen, keine Halbtöne.

Früher wurden die Kopiervorlagen meist auf fotografischen Weg erzeugt, heute hat die Computertechnik und das Desktop Publishing die Erstellung von komplizierten Druckvorlagen vereinfacht. Durch den Einsatz von Scannern oder Digitalkameras können Bilder digitalisiert werden, die dann mit einem Computer und passender Software bearbeitet und mit zusätzlichen Elementen arrangiert werden können.

Arbeitsablauf für die Erstellung einer Kopiervorlage

Für die Herstellung einer Kopiervorlage für die fotografische Schablone gibt es zwei Wege: Die Kopiervorlage oder ein Teil davon wird direkt mit deckenden, schwarzen Farben auf einem transparenten Trägermaterial gezeichnet oder die gesamte Vorlage bzw. Teile davon werden digital an einem Computer erstellt und bearbeitet.

Der Weg die Vorlage an einem Computer zu bearbeiten eröffnet vielfältige Möglichkeiten. Mit geringen Mitteln kann damit eine Vorlage, z. B. auch mit fotografischen Motiven, für den Siebdruck erstellt werden. Dafür sind Kenntnisse im Umgang mit Computern und der nötigen Computersoftware nötig, auf die an dieser Stelle nicht eingegangen werden kann.

Informationen über die Erstellung von digitalen Bildvorlagen (bspw. Scannen oder digitale Fotografie) oder die Erstellung von Text, sind in der Literatur, im Internet oder in den Dokumentationen der Hard- und Softwarehersteller gegeben. Als Option kann hier nur auf die durchaus beachtenswerten Alternativen zur fotografischen Schablone hingewiesen werden bzw. die Kopiervorlage mit der Hand zu zeichnen.

Die Vorlage muss nicht zwangsläufig als ganzes digital aufbereitet werden. Bilder, Schrift und andere Elemente können auch separat bearbeitet und einzeln als kopierfähige Vorlagen hergestellt werden. Die Einzelteile werden dann am Ende manuell zu der gesamten Kopiervorlage zusammenmontiert. Eine gute Möglichkeit für Menschen die trotz Computer noch gerne mit Hand und Schere arbeiten oder die Softwareanwendungskenntnisse und die Motivation sich damit auseinanderzusetzen nicht ausreichen. In der manuellen Montage muss aber besonders auf die Passgenauigkeit zwischen den einzelnen Farbauszügen geachtet werden.

 

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