siebdruck

GESCHICHTE
Der Ursprung liegt in der Schablonenmalerei vor einigen tausend Jahren. Noch heute finden diese Art von Stencils in den Straßen Verwendung. In China und Japan wurden ab dem 17. Jahrhundert zusätzlich Rahmen und Fäden verwendet, die den aufgebrachten Schablonen mehr Stabilität gaben und feinere Details in den Drucken ermöglichten. Diese sogenannte Katagamitechnik und die daraus entstandenen Textildrucke wurden ein großer Bestandteil asiatischer Kultur. Europa und Nordamerika technisierten diese Methode ab dem späten 19. Jahrhundert und entwickelten den Siebdruck in der heute bekannten Weise.

BESTANDTEILE

0einzelteile

Zunächst das Sieb mit Rahmen und aufgespanntem Gewebe (linke Abbildung), welches als Träger für die Schablone dient, die wiederum das Sieb in druckende und nicht druckende Stellen aufteilt. Somit ist die Schablone der Informationsträger. Hinzukommen noch die Rakel und die Farbe um drucken zu können (rechte Abbildung).

SCHABLONENHERSTELLUNG
Die Druckform wird durch Aufbringen von Schablonen oder durch photochemische Techniken an den nicht druckenden Stellen undurchlässig gemacht. Die einfachste, jedoch in Qualität und Anzahl der Drucke eingeschränkte Technik, ist das aufbringen einer (Papier-) Schablone an der Siebunterseite.
Photochemisch ist ein wenig komplizierter aber dafür wesentlich feiner und genauer und für eine größere Anzahl von Drucken geeignet. Eine Möglichkeit für die photochemische Herstellung einer Schablone ist das auftragen einer lichtempfindlichen Schicht auf dem Siebgewebe. Nach der Trocknung des beschichteten Siebes wird eine lichtdurchlässige Folie mit dem darauf in schwarz abgebildeten Motiv seitenrichtig unter das beschichtete Sieb auf einen Glastisch gelegt und starkem Licht ausgesetzt. Nach kurzer Zeit härtet die Schicht durch den UV-Anteil im Licht an den nicht abgedeckten Stellen durch und die abgedeckten noch wasserlöslichen Stellen können ausgewaschen werden. So sperrt die gehärtete Schicht später beim Drucken das Sieb für die Farbe, die dann nur noch durch die offenen Stellen gedrückt werden kann.

schablone

Rahmen mit beschichtetem Gewebe/Schablone, Farbe, Rakel

DRUCKEN
Grundsätzlich quetscht der Druck der Rakel die Farbe durch die offenen Stellen der Schablone, so wird Siebdruck auch als Durchdruckverfahren bezeichnet. Bei Mehrfarbendruck, braucht jede Farbe eines Motives ein seperates Sieb, welche nacheinander auf das getrocknete Medium gedruckt werden. Wie das Drucken funktioniert sollen die folgenden Bilder im groben erklären:

1. Fluten

1fluten


um Druckform gleichmäßig mit Farbe zu füllen

 

2. Medium
2medium

 

 

 

 

 

 

 

 

Papier o.ä. einlegen und das Sieb auf dem Medium platzieren

 

3. Drucken

3drucken

 

 

 

 

 

 

 

 

gleichmäßig die Farbe mit Druck durch das Sieb drücken

 

4. Entnehmen

4gedruckt

 

 

 

 

 

 

 

 

den ersten Druck entnehmen, fluten und von vorn das Ganze

 

5. Fertig
5fertig

und so könnte das erste Blatt aussehen